Wer kennt das Problem nicht, nach drei Wochen Urlaub kommt man nach Hause und sichtet die gemachten Fotos. Wenn das gemachte Bild selbst keine Auskunft über den Ort wo es entstand gibt, steht man schnell vor einem Problem. Anhand der Exif Daten kann man zwar noch die genaue Uhrzeit ermitteln, die hilft einem aber unter Umständen nur bedingt weiter. Das Zauberwort für die Lösung dieses Problems heißt Geotagging.
Als Einsteiger gestaltet sich dieses Thema allerdings nicht so einfach. Man findet zwar relativ viele Informationen im Netz, leider aber auch sehr viele verschiedene. Grundsätzlich funktioniert Geotagging aber immer auf die selber Art. Man hat einen GPS Empfänger der Logging unterstützt. Der Empfänger logged nun in einem gewissen Intervall die GPS Koordinaten an der man sich grade befindet. Am Ende einer Fototour lädt man die gespeicherten GPS Koordinaten vom Empfänger runter. Danach vergleicht eine Software die gespeicherten GPS Koordinaten mit den Aufnahmedaten (Exif) der Fotos und bekommt damit eine eindeutige Zuordnung der Bilder. Über Verschiedene Dienste, wie z. B. Google Earth, lässt sich das ganze dann Visualisieren.
Der Teufel steckt aber wie immer im Detail…
Als erstes steht man vor der Wahl des geeigneten GPS Loggers. Je nach Ausstattung und Funktionsumfang, kann man dafür einen mittleren zweistelligen bis oberen dreistelligen Eurobetrag ausgeben. Einige Autonavigationsgeräte und aktuelle Mobiltelefone bieten auch diese Funktion. Wenn es aber nur um das Aufzeichnen der Informationen geht bietet im Prinzip das günstigste Gerät alles was man braucht. Vor dem Kauf sollte man noch einen Blick auf das Log-Format werfen. Mit dem NMEA Format ist man auf der sicheren Seite. Die meisten Programme unterstützen das Format direkt, was einem zusätzliche Arbeit erspart. Mit GPS-Babel gibt es aber ein Programm mit dem man aber fast jedes Format Konvertieren kann.
Nach einigem hin und her habe ich mich für den Royaltek RGM-3800 entschieden. Der Empfänger ist etwa so groß wie eine Streichholzschachtel und ca. doppelt so dick. Versorgt wird er mit zwei AAA Batterien die ca. 10 Stunden halten. Durch die Batterien ist man flexibel und kann im Zweifel Batterien nachkaufen falls die Akkus mal unerwartet leer sein sollten. Der RGM-3800 kann, per USB angeschlossen, auch als GPS-Mouse benutzt werden. Ansonsten gibt es nicht viel zu sagen. Er ist schnörkellos und verrichtet seinen Dienst wie er soll.
Hat man sich für einen Logger entschieden, stellt sich die Frage wie man die Informationen in die Fotos bekommt. Als erstes stellt sich die Frage wie man den aufgezeichneten Track aufräumt. Evtl hat man 10 Stunden Track aufgezeichnet, aber nur 30 Minuten lang Bilder gemacht. Für das bearbeiten des Tracks bietet sich GPS-Track-Analyse.NET an. Mit dieser Freeware kann man den Track entsprechend bearbeiten und bereinigen.
Geosetter (Freeware) leistet gute Dienste um die GPS Informationen in die Exif Daten der Bilder zu schreiben. Bei RAW Dateien erstellt Geosetter die entsprechenden XMP Dateien.
Von nun getaggten Bilder lassen sich nun bei den entsprechenden Diensten problemlos verwenden und man weiß jetzt immer wo man das Foto geschossen hat.


